Themen des Tages

Tauglich f�rs Smartphone?

Nur die wenigsten Websites von Versicherern funktionieren mobil

(02.02.2015) • 2014 hat die mobile Nutzung die Desktop-Nutzung �berholt. Anlass genug, der AMC-Studie �Die Assekuranz im Internet" ein Themenspecial zum responsiven Webdesign in der Assekuranz beizuf�gen. Darin formuliert u.a. Ingo Gregus, Gesch�ftsf�hrer der k�lner Digital Agentur .dotkomm und Experte f�r die Umsetzung responsiver Websites, die Herausforderungen f�r Versicherer.

Seit 18 Jahren analysiert der AMC (www.amc-forum.de) j�hrlich die Websites der deutschen Versicherer. 2014 wurden 119 Websites zwischen August und Oktober einer intensiven Analyse mit �ber 90 Kriterien unterzogen: Darunter auch das Kriterium "responsives Webdesign".

Versicherer noch auf dem Weg zum mobilen Kunden

Zun�chst ein Blick auf die Erkenntnisse der AMC-Studie: Demnach sind rund 16 Prozent der deutschen Versicherungs-Websites responsiv. Die meisten befinden sich auf dem Weg, die Bed�rfnisse mobiler Nutzer zu erf�llen. Dabei gibt es eine Spannbreite: von der "responsiven Anmutung" des Designs, �ber die responsive Umsetzung einzelner, als relevant erachteter Bereiche oder Kampagnensites, einer "verschlankten" responsiven Website ausschlie�lich f�r Smartphone-Nutzer bis hin zu komplett responsiv aufgesetzten Websites.

�bliches Vorgehen beim Relaunch funktioniert nicht mehr

D�sir�e Schubert, AMC-Studienleiterin, findet es nicht verwunderlich, dass es derzeit noch so wenige responsive Assekuranz-Websites gibt. "Schlie�lich ist es nicht einfach, eine Website f�r die vielf�ltigen Anforderungen moderner, mobiler Nutzer zu optimieren. Das bedeutet konzeptionelles Umdenken und ein Mehraufwand in Konzeption, Design und Programmierung. Das �bliche Vorgehen bei einem Relaunch (Konzept --> Design --> Umsetzung) funktioniert nicht mehr. Zudem haben es Versicherer besonders schwer, da sie vergleichsweise sehr komplexe Prozesse abbilden m�ssen. Alles in Allem f�llt f�r eine responsive Website ein deutlicher Mehraufwand an Zeit und Budget an", res�miert Schubert.

Einige Versicherer sind Vorreiter - kleinere Versicherer sind flexibler und schneller

Doch einige Versicherer haben bereits responsive Websites aufgesetzt und zeichnen damit den Weg f�r die Assekuranz im Internet vor. Darunter sind unter anderem die ERGO (www.ergo.de), die Allianz (www.allianz) oder die AXA (www.axa.de) zu nennen. Es gibt aber auch kleinere Versicherer, wie zum Beispiel die Bayerische (www.diebayerische.de), die NRV Rechtsschutz (www. nrv-rechtsschutz.de) oder die EuropaGo (www.europa-go.de/), die aufgrund ihrer Strukturen, Prozesse und dem Umfang ihrer Seiten flexibler und schneller agieren k�nnen, als die Gro�en.

Die AXA Website kommt auch in der AMC-Studie sehr gut weg. Da hei�t es im Fazit: "Ein Auftritt, der f�r die Online-Aktivit�ten der Branche richtungsweisend ist." Die Studienautoren sind der Ansicht, dass die AXA ihre "responsiven Hausaufgaben" sehr gut gemacht hat. �Vor allem aber hat man sich neben der technischen Abbildung sehr viele konzeptionelle Gedanken gemacht, auf welchen Endger�ten welche Services Sinn machen. Hinzu kommt die deutliche Reduzierung der Navigation auf vier bzw. maximal f�nf Punkte, die ein Gro�teil der Aufrufe ausmachen�, merkt AMC-Gesch�ftsf�hrer Stefan Raake an.

Bei ERGO ist bemerkenswert, dass der bestehende Auftritt sukzessive in ein responsives Design �berf�hrt wurde, ohne einen kompletten Relaunch anzugehen. Und schlie�lich ist die Bayerische ein gutes Beispiel, wie man auch mit weniger Mitteln eine moderne Website erstellt. Digital-Experte Ingo Gregus lobt den sehr pragmatischen Weg, eine sch�ne und gute responsive Seite zu bauen, die die Welt nicht ver�ndert, aber hervorragend ihren Zweck erf�llt. Insgesamt sei die Botschaft, sich auf die Mobilit�t ihrer Kunden einzustellen, bei den Versicherern angekommen.

Blick �ber den Tellerrand: Reise und Mode-Branche deutlich weiter

Andere Branchen, wie z.B. die Reisebranche, sind in Sachen "mobile Kunden" weiter als Versicherer. Hier setzte man deutlich fr�her auf mobil-geeignete, responsive Seiten sowie Apps. Das liegt sicher an der hohen Transaktionsrate im Bereich Urlaub und Reisen, so Gregus.

Im Bereich Mode dominieren Bildwelten und Emotionen, einfache Strukturen, ein gef�lliges Design und gro�e Icons. Das l�sst sich f�r responsive Webseiten sehr sch�n nutzen. Hier kann die Assekuranz durchaus etwas lernen. Allem voran, dass auch Versicherungs-Webseiten attraktiv und emotional sein d�rfen.

Herausforderung mobile Abschluss-Strecken

Versicherer, die sich der Herausforderung stellen f�r ihre modernen, mobilen Kunden attraktiv zu sein, merken schnell, dass die responsive Luft v.a. dann d�nn wird, wenn es an die Prozesse geht. Versicherer haben es da sicher schwerer als Markenartikler oder Hersteller, da sie bei Tarifierung und Abschluss vergleichsweise komplexe Prozesse abbilden m�ssen.

Die gr��te Herausforderung f�r die Assekuranz stellen Services, wie Beratungs- und Abschluss-Strecken dar. Gerade bei komplexen Tarifierungen muss immer die Frage gestellt werden: Ist der Prozess geeignet, um ihn komplett mobil abzubilden? Oder findet hier besser ab der ersten Indikation die �berleitung an einen anderen Kanal oder Touchpoint statt, der dem Nutzer mehr Komfort erm�glicht?

Die Frage nach den Kosten

Wer die Frage nach den Kosten stellt, wird keinen eindeutigen Betrag genannt bekommen. Experte Gregus zieht hier einen Vergleich zum Autokauf. Auf die Frage: �Was kostet ein Auto?� gibt es dann auch gern die Antwort "kommt auf die Ausstattung an". Beim responsiven Design ist es wie bei jedem Relaunch: Es kommt auf die individuellen Rahmenbedingungen an.

Quelle: // AMC Finanzmarkt GmbH (2015)
©Bild: (1) � Peter Freitag / pixelio.de
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