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IMD 2 beg�nstigt festangestellte Versicherungsvermittler
(05.06.2013) • Die EU-Vermittlerrichtlinie IMD2 kommt in gro�en Schritten auf die Versicherungsbranche zu. Sie wird die Vermittlung von Versicherungen massiv ver�ndern. Eine �nderung betrifft den Vertriebswegemix: Der Anteil abh�ngig besch�ftigter und damit st�rker steuerbarer Au�endienstmitarbeiter wird sich in den kommenden zehn Jahren um die H�lfte steigern. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Markteinsch�tzung von Steria Mummert Consulting.
2015 soll die Neuauflage der Versicherungsvermittler-Richtlinie IMD 2 in Kraft treten. Noch in diesem Jahr wird erwartet, dass die EU-Kommission ihren endg�ltigen Vorschlag verabschiedet, der vor allem den Verbraucherschutz st�rken soll. Die neue Richtlinie erfasst nun s�mtliche Vertriebskan�le, wie den Direktvertrieb und auch alle Berufsgruppen wie Schadenregulierer, Schadensachbearbeiter und Nebenberufler. Alle m�ssen die Art und H�he der Verg�tung transparent offenlegen. Zus�tzlich gelten strenge Regelungen bez�glich der Aus- und Weiterbildung eines jeden Vermittlers. Bei Nichteinhaltung drohen h�here Sanktionen. Das zun�chst angestrebte �bergreifende Provisionsverbot f�r Versicherungsvermittler wird zwar derzeit von der EU nicht mehr verfolgt. An ein Versicherungsunternehmen gebundene Vermittler betrifft dies somit zun�chst nicht, bei einer als �unabh�ngig� ausgewiesenen Versicherungsberatung d�rfen jedoch nach den EU-Pl�nen keine Provisionen mehr angenommen werden.
Mehr festangestellte Mitarbeiter werden erwartet
�Diese Vorgaben werden nach unserer Einsch�tzung zu einer Zunahme der festangestellten Au�endienstmitarbeiter f�hren�, sagt Versicherungsexpertin Petra Weber von Steria Mummert Consulting. Bisher ist nur etwa ein F�nftel angestellt, der Rest sind vor allem gebundene Selbstst�ndige. �Doch die Selbstst�ndigen lassen sich schlechter steuern. Sie k�nnen schwer zu Weiterbildungen verpflichtet werden, k�nnen hinsichtlich der vorgeschriebenen Dokumentation schwieriger �berpr�ft werden und haben gr��ere Hemmungen, ihre Provisionen offenzulegen�, erkl�rt Petra Weber.
Experten vermuten in jedem Fall einen R�ckgang bei den Selbstst�ndigen. 2012 gab es etwa eine Viertelmillion selbstst�ndige Versicherungsvermittler in Deutschland, davon rund 170.000 an einen Versicherer gebundene Vermittler � mit abnehmender Tendenz. �Dieser Trend wird sich fortsetzen, erst recht, wenn ein Provisionsverbot in der nationalen Gesetzgebung ab 2015 kommt. In Skandinavien haben �hnliche Regelungen zu einem Maklersterben gef�hrt. F�r selbstst�ndige Vermittler ist es schwierig, hochwertige Beratung f�r eine geringe Bezahlung anzubieten�, sagt Petra Weber von Steria Mummert Consulting.
Die Versicherungsunternehmen stehen nun vor einer Umstrukturierung ihrer Vertriebswege, bei der es viel zu beachten gibt. �Die Berater befinden sich k�nftig in einer Zwickm�hle. Denn das Provisionssystem beg�nstigt die Flei�igen und sorgt damit f�r viele Abschl�sse. Doch zur Erf�llung der gesetzlichen Richtlinien bietet sich das System der Festanstellung besser an�, sagt Weber. Denn Festangestellte k�nnen freigestellt werden, um die erforderlichen Weiterbildungen zu absolvieren, die dann auch in den IT-Systemen der Versicherer dokumentiert und �berpr�ft werden. Auch Beratungsdokumentation und Provisionsoffenlegung lassen sich innerhalb des Unternehmens besser durch IT unterst�tzen. �Wichtig ist dabei, fr�hzeitig zu �berpr�fen, ob die bestehenden IT-Systeme dies leisten k�nnen und gegebenenfalls schnellstm�glich neue Software zu implementieren, die dann auch die Erfassung und Unterst�tzung �bernehmen.�










