Studien & Wissen
Studie der R+V Versicherung "Die �ngste der Deutschen 2013"
(06.09.2013) • �berraschendes Ergebnis der R+V-Langzeitstudie "Die �ngste der Deutschen 2013" vor der Bundestagswahl: Die Bef�rchtung, dass die Politiker mit ihren Aufgaben �berfordert sind, ist gegen�ber dem Vorjahr um 10 Prozentpunkte zur�ckgegangen und mit 45 Prozent auf dem bisher niedrigsten Stand.
"Das ist erstaunlich, zumal gerade vor Bundestagswahlen diese Werte regelm��ig nach oben gingen", so Rita Jakli, Leiterin des Infocenters der R+V Versicherung, auf der Pressekonferenz in Berlin.
Highlights der Studie
Seit mehr als 20 Jahren befragt das R+V-Infocenter in einer repr�sentativen Studie rund 2.500 B�rger nach ihren gr��ten �ngsten. Ergebnis: Die Deutschen sind wie schon im vergangenen Jahr relativ gelassen. Der Angstindex - der Durchschnitt aller langj�hrig abgefragten �ngste - stieg um 1 Prozentpunkt, bleibt mit 41 Prozent jedoch auf niedrigem Niveau. Bei den 16 Standardfragen ist die Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten mit 61 Prozent (Vorjahr: 63 Prozent) zum 14. Mal auf Platz 1 - und damit der Dauerbrenner bei den �ngsten. "Weil viele Lebensmittel teurer werden, ist die gef�hlte Inflationsrate ungleich h�her als die tats�chliche Inflationsrate von etwa zwei Prozent", so Professor Dr. Manfred G. Schmidt, Politologe an der Universit�t Heidelberg und Berater des R+V-Infocenters. Hinzu kommt: "Trotz Lohnerh�hungen haben viele Arbeitnehmer real weniger Geld zur Verf�gung. Daf�r sorgen auch steigende Geb�hren f�r �ffentliche Leistungen oder h�here Kosten f�r Strom und Benzin." Auf Rang 2 liegt mit 56 Prozent die Sorge vor zunehmenden Naturkatastrophen - dicht gefolgt von der Furcht, im Alter als Pflegefall zu enden (55 Prozent).
Auffallend: Angst vor �berforderung der Politiker massiv gesunken
Die �berraschung der diesj�hrigen �ngste-Studie: Die deutschen B�rger machen sich um die �berforderung ihrer Politiker weniger Sorgen als bisher. Im Vorjahr mit 55 Prozent noch auf Platz 2 der gr��ten Sorgen sinkt diese Angst um 10 Prozentpunkte auf 45 Prozent und rutscht damit auf den 6. Rang. Im Jahr 2001 hat das R+V- Infocenter die Deutschen zum ersten Mal gefragt, ob die Politiker von ihren Aufgaben �berfordert seien. Ihren Spitzenwert erreichte diese Sorge im Jahr 2003 mit 66 Prozent. Interessant: Vor Bundestagswahlen stieg der Wert immer an: 2002 um 6 Prozentpunkte, 2005 um 5 Prozentpunkte, 2009 um 4 Prozentpunkte. In der Langzeitbeobachtung zeigt sich ein Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Politik: "Wenn die Furcht vor einer schlechteren Wirtschaftslage zur�ckgeht, sinkt auch die Sorge vor der �berforderung der Politiker", so Professor Schmidt.
Euro-Schuldenkrise auf Platz 1 - Deutsche f�rchten um ihre Ersparnisse
Seit drei Jahren erg�nzt das R+V-Infocenter die 16 Standardfragen der Langzeitstudie um Sonderfragen zur Euro-Schuldenkrise. Und wie im vergangenen Jahr zeigt sich hier die gr��te Angst. Rund zwei Drittel (68 Prozent) aller Bundesb�rger f�rchten, dass sie letztendlich die Kosten der Krisenbew�ltigung schultern m�ssen. Sehr hoch bleibt mit 53 Prozent auch die Furcht, dass die EU-Schuldenkrise den Euro gef�hrden k�nnte (2012: 65 Prozent). Eine dritte Sonderfrage zeigt, dass die Folgen der europ�ischen Schuldenkrise weitere Sorgen sch�ren: Fast jeder zweite Deutsche (49 Prozent) hat Angst davor, dass niedrige Zinsen und Inflation seine Ersparnisse langfristig auffressen.
Rekord-Hochwasser verst�rkt Furcht vor Naturkatastrophen
Nach den schweren �berschwemmungen Ende Mai und Anfang Juni in insgesamt sieben Bundesl�ndern ist die Angst vor Naturkatastrophen wieder gr��er geworden (plus 4 Prozentpunkte). Mit 56 Prozent klettert sie von Platz 4 auf Platz 2 der �ngste-Skala, erreicht aber nicht den Rekordwert aus dem Jahr 2010. Nach dem Vulkanausbruch in Island und der verheerenden �lpest im Golf von Mexiko war die Sorge mit 64 Prozent damals deutlich gr��er.
Angst vor dem Pflegerisiko steigt - Frauen machen sich mehr Sorgen
Die Sorge, im Alter als Pflegefall zu enden, treibt mehr als die H�lfte aller Deutschen um. Mit einem Plus von 5 Prozentpunkten ist diese Angst am st�rksten gestiegen und springt mit 55 Prozent vom f�nften auf den dritten Platz der �ngste-Skala. In dieser Frage unterscheiden sich M�nner und Frauen sehr deutlich: Die R+V-Studie zeigt, dass sich Frauen grunds�tzlich mehr um pers�nliche Belange wie Krankheit oder Pflege sorgen als M�nner. Das best�tigt auch die diesj�hrige Befragung. W�hrend sich die H�lfte aller M�nner davor f�rchtet, im Alter anderen zur Last zu fallen, sind es bei den Frauen 59 Prozent. Und: Je �lter die Befragten sind, desto gr��er ist ihre Angst vor dem Pflegefall. Ab 40 Jahren r�ckt das Thema in den Fokus und bedr�ckt fast zwei Drittel der Deutschen.
Deutsche Einigkeit: In Ost und West sind die Sorgen erstmals gleich gro�
Stimmungshoch im Osten: In Ostdeutschland ist die Stimmung so gut wie zuletzt Mitte der 1990er Jahre - mit einem durchschnittlichen Angstniveau von 41 Prozent. Und erstmals in der Geschichte der R+V- Studie ist das durchschnittliche Angstniveau in Ost und West auf dem gleichen Level. Die Intensit�t der einzelnen Sorgen ist jedoch weiterhin unterschiedlich.
Alle Ergebnisse unter: http://www.die-aengste-der-deutschen.de








