Sieben S�nden im War for Talents
(13.06.2013) • Derzeitige und potenzielle Mitarbeiter haben zunehmend die Wahl, wenn es um ihren Arbeitsplatz geht, und von dieser machen sie Gebrauch. Die richtige Stelle im richtigen Unternehmen ist heute wichtiger als (nur) der dicke Gehaltsscheck. Die Talente strecken ihre F�hler aus und ertasten das f�r sie passende Unternehmen. Und wenn es doch nicht passen sollte, dann geht die Suche weiter. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, auf sich aufmerksam zu machen, von sich zu �berzeugen und die gewonnenen Talente zu halten. Die sieben S�nden zeigen, was Unternehmen im War for Talents unbedingt vermeiden sollten.
1. Post and Pray
Nach zwei Jahrzehnten Internet, in einer Welt von Online-Recruiting, Web 2.0 und Social Media, in einer Zeit, in der Fachkr�fte mehr Wahlm�glichkeiten haben, gehen die Talente zu den Lauten, nicht zu den Stillen, zu den Sichtbaren, nicht zu den Unsichtbaren, zu den Aktiven, nicht zu den Passiven. Doch es gibt noch immer Unternehmen, die das Web entweder nicht nutzen, um kreativ auf potenzielle Mitarbeiter zuzugehen, oder gar nicht erst online zu finden sind. Augen auf: Die Konkurrenz ist gro�! Sp�testens jetzt ist es an der Zeit, das Megafon herauszuholen und seine Jobangebote in die Welt zu rufen. Stellenausschreibung ver�ffentlichen und abwarten � ein s�ndiges Vorgehen! �Kein Mensch kann ahnen, was Firmen hinter ihren Mauern treiben, welche Projekte sie planen und welche Fachkr�fte sie ben�tigen. Und vor allem ist nicht von au�en ersichtlich, welche Leistungen und Vorteile sie als Arbeitgeber zu bieten haben. Der Mensch ist ein Sinneswesen. Was ein Bewerber nicht wahrnimmt, bleibt unsichtbar�, konkretisiert Martin Gaedt, Gesch�ftsf�hrer der Younect GmbH.
2. Gesichtsloses Fordern
�Wir suchen f�r unseren Auftraggeber zum n�chstm�glichen Zeitpunkt eine/n��. F�r wen bitte? Lohnt sich der Aufwand einer Bewerbung f�r ein gesichtsloses Unternehmen, von dem man gar nichts wei�? Immerhin pr�sentiert sich nur einen Klick weiter schon die n�chste Firma � mit Namen und Format. Doch Stellenanzeigen sollten nicht nur zeigen, wer genau was zu bieten hat, sie sollten zudem realistisch bleiben. Die heutigen Jobanforderungen platzen vor lauter �gew�nschter� Soft Skills und Qualifikationen aus allen N�hten. Wer soll sich darauf bewerben? Viele der f�higen und passenden Fachkr�fte lassen sich erst gar nicht auf ein Unternehmen ein, das puren Perfektionismus fordert. Nur mit Stellenanzeigen, die Offenheit und Pers�nlichkeit zeigen und gleichzeitig realistisch sind, interessieren Personaler Talente f�r sich.
3. Mehr Schein als Sein
Employer Branding h�lt immer mehr Einzug in die K�pfe der Personalverantwortlichen. In einem Wettbewerb um Talente ist das auch ein guter und wichtiger Ansatz. Doch bitte ehrlich bleiben. Die heutigen und zuk�nftigen Fachkr�fte sind nicht nur w�hlerischer, sondern auch sp�rsinniger. Sie sp�ren hei�e Luft schnell, riechen Selbstbeweihr�ucherung, sehen Luftschl�sser im Nu � und sagen ab. Wer unsympathisch ist, steht im War for Talents als Verlierer da. Doch Sympathie l�sst sich nur schwer mit fantastischen Versprechen erreichen, die letztendlich nicht eingehalten werden. Die Positionierung als guter Arbeitgeber gelingt nur, wenn offen, ehrlich und aufrichtig kommuniziert wird.
4. Frische Fische zappeln lassen
Im War for Talents darf man keine Zeit verlieren. Die Konkurrenz zeigt sich rege und die Blicke der Fachkr�fte schweifen schnell nach rechts und links. �ber 40% der Talente erwarten eine R�ckmeldung auf ihre Bewerbung sp�testens nach zwei Wochen1 − einige von ihnen warten allerdings bis heute. Denn es kommt noch immer viel zu h�ufig vor, dass erst nach vier oder mehr Wochen eine (Standard-)Antwort eintrudelt. Und so erschreckend es sich anh�rt: Oft genug scheinen Bewerber tats�chlich nicht einmal eine Absage wert zu sein.
Zwei schlagende Argumente f�r zeitnahes und respektvolles Reagieren auf Bewerbungen:
- Wer sich zu viel Zeit l�sst, schickt seine Bewerber zur Konkurrenz.
- Wer nicht oder nicht geb�hrend reagiert, sch�digt sein Image als guter Arbeitgeber.
5. Wir machen das schon immer so
Ganz oben sitzt der Chef, dann kommen lange Bearbeitungswege, Abstimmungsh�rden, starre Hierarchien, eingestaubte Vorg�nge und Denkblockaden. Gleichschritt im Rhythmus der Strukturen.
Hier kann sich kaum einer entfalten. Doch das Streben nach Sinn gewinnt immer mehr an Wichtigkeit f�r die heutigen Talente. Sie brauchen Platz zum Atmen und Denken, zum Wirken und Schaffen. In ihrer Zeit, in ihrem Rhythmus. Wollen Unternehmen Fachkr�fte f�r sich gewinnen und sie auch behalten, m�ssen sie flexibel reagieren, da wo es geht alte Gewohnheiten aufbrechen und Selbstbestimmung am Arbeitsplatz erm�glichen.
6. Hier wird deutsch gesprochenDeutschland ist weltoffen und das sollten auch die Unternehmen sein. Eine Prise Asien, ein Touch Toskana, ein Hauch Outback � ein bunt gemischtes Team entfaltet kreative Potenziale und bringt neuen Input. International begehrte Talente finden ihren Weg nur zu Arbeitgebern, mit denen sie kommunizieren k�nnen und die helfen, sprachliche und kulturelle Barrieren aus dem Weg zu r�umen. Die deutsche Stellenanzeige liegt als erster Stolperstein im Weg: Ein zweisprachig ver�ffentlichtes Jobangebot kann im War for Talents ein entscheidender Erfolgsfaktor sein.
7. Lache nicht und koste wenig
Morgens der Erste, abends der Letzte, ohne Unterbrechung, vor und nach der Arbeitszeit erreichbar sein, auch an freien Tagen. Ein Damoklesschwert �ber sich: �Arbeite hart, oder du gehst. Und wenn du Zeit zum Lachen hast, dann arbeitest du nicht hart genug!�. Mehr Stunden, mehr Commitment, mehr Ideen, mehr Leistung. Weniger Urlaub, weniger Freiraum, weniger Geld. Stopp! Das macht keinen Spa�!
Die meisten Fachkr�fte arbeiten gern und viel, wissen aber auch, was sie dabei wert sind. Ein Mitarbeiter stellt keine Ressource dar, die es bei minimalem Kostenaufwand optimal auszusch�pfen gilt. Ein Mitarbeiter, aktuell oder zuk�nftig, ist ein Mensch, dessen Grenzen respektiert, W�nsche ernst genommen und Leistungen angemessen honoriert werden sollen. Nur wer Talente wie Menschen behandelt, nicht wie Ware, der kann sie f�r sich begeistern. �Gib einem Menschen Freiheit im Handeln und vertraue ihm; er wird sich mit Loyalit�t bedanken.� (Robert Ehlert, Vorstand von Packsynergy)2
2 http://www.manager-magazin.de/unternehmen/karriere/0,2828,881728,00.html







